studium | Zahlen zählen
Die Zahl, die ich in der vergangenen Woche am häufigsten nennen musste war das Datum meines geplanten letzten Arbeitstages. 30. September. Die Krankenkasse, der Arbeitgeber mit den doppelten und dreifachen Chefetagen und die Kollegen und Freunde, die zum Teil überrascht waren, aber auf der anderen Seite keine großen Barrieren aufbauten, mussten unterrichtet werden. Für die nötige Portion "Schaffen wir das denn alles mit Valentin?", "Wovon wollen wir dann leben?" - Gedanken haben wir schon selbst gesorgt. Wir haben gerechnet und Zahlen gezählt, haben hin und her geschoben, addiert, wieder Abstriche gemacht und aufgelistet, was es zu beschränken gilt, das heißt Kompromisse zugelassen. Ihr lest es schon heraus, ich bin mit einem Politikstudenten verheiratet. Zum Glück ist er bald fertig und ich fange erst an. Mit Mitte Zwanzig erscheint es mir gerade noch die Rechte Zeit. In drei Jahren, würde ich ganz sicher nicht noch einmal darüber nachdenken. Drei Jahre Bachelor und zwei weitere für den Abschluss als Master. Und dann? Drei bis fünf weitere für die Ausbildung zur psychologischen Psychotherapeutin? Ich bin gegen einen Zehnjahresplan, aber das ist es, was mir vor Augen schwebt. Ob ich nebenbei arbeiten werde? Und ob! Meinen Beruf als Logopädin kann ich nicht ohne weiteres an den Nagel hängen. Auch wenn Wochenenddienste und Urlaubsvertretungen vorerst nur kleine Tropfen in einer Wüste voller Sand sind, wir haben einen Plan. Zwar nicht bis zur Akkreditierung, aber für das nächste Jahr auf alle Fälle und so lange heißt es eben Zahlen zählen und das Studentenleben leben. Mal zwei in unserem Fall.
Liebst, Juli
