Light of the Morning
Hochmotiviert verlasse ich das Haus, anstatt wie in den vergangenen Wochen allein mein Frühstück einzunehmen, ist es heute eine Freude gemeinsam in den Tag zu starten. Die Musik im Ohr, den Schlüsselbund in der Jackentasche, schließt sich das Gartentor hinter mir. Und vor mir? Nichts. Absolut tote Hose. Ich sehe die Straße rauf und runter, kein Mensch, kein Auto. Natürlich weiß ich, warum das alles so anders ist. Die Uhren laufen in dieser kleinen Stadt einfach langsamer. Hier schafft es jeder noch am Morgen seine Tasse Kaffee zu Hause zu trinken und auf dem Weg zur Arbeit springt nicht mal die Sitzheizung an, weil der Weg so kurz ist. Ich habe ihn jedenfalls nach weniger als fünf Minuten hinter mich gebracht. In der neuen Praxis lerne ich meine Kolleginnen für die nächsten Wochen kennen und ziemlich schnell erkenne ich, dass alle Sorgen unbegründet waren. Auch Praktikum Nummer 3 startet ohne vorausgegangenes Vorstellungsgespräch und langwieriges Kennenlernen. Super, so fühle ich mich wohl, denke ich und lasse den ersten Vormittag über mich ergehen. Im zweiten Dorf der Hausbesuchsrunde muss ich es meiner neuen Mentorin dann einfach sagen: Hier ist es so ruhig! - Sie findet das nicht sonderlich erstaunlich, ich glaube, eigentlich hat sie nicht mal verstanden, was ich damit meine. Aber es ist unbestreitbar, nach nur zwei Wochen Ruhrpott ist mein neues zu Hause ein einziger Kulturschock. Am frühen Abend kann ich folgende Bilanz vorweisen: eine zerstörte Telefonbuchse, drei interessante Patientenaussichten ab der nächsten Woche, ein Einkaufsmarkt, in dem die Kunden mit dem Vornamen begrüßt werden. Alles in allem also fast ausschließlich Positives. Morgen gehe ich wieder hin, wird schon.
P.S.: Ich traue es mir zu, bis zum Wochenende durchzuhalten, dann wird es schwer mit Facebook und mir. Hoffentlich verfalle ich morgen nicht wieder in die Dienstagkrise, die ist echt hart. Ich zähl auf euch!!
P.S.: Ich traue es mir zu, bis zum Wochenende durchzuhalten, dann wird es schwer mit Facebook und mir. Hoffentlich verfalle ich morgen nicht wieder in die Dienstagkrise, die ist echt hart. Ich zähl auf euch!!