Steinlaus, Streuselkuchen und Stiefel
Wie man den Tag besser machen kann: eure Nachrichten und die Resonanz zu lesen schafft es auf jeden Fall auch, denn damit startet mein Tag schon einmal recht gut. Zu gestern muss ich euch noch gestehen: ich war schon ganz schön sehnsüchtig und das kam wie folgt...
Als ich am Nachmittag nach Hause kam, stand nach einiger Zeit die Frage im Raum, wie es mit dem Heimweh stehe. Weil ich ein großes Mädchen sein wollte und außerdem "gerade erst am Sonntag" mit meinen Eltern telefoniert hatte, setzte ich die Messlatte nicht sonderlich hoch an. Ich ging in mein Zimmer und setzte mich vor den Laptop, schaute nach diesem und jenem im Netz, sah auf dem Handy, ob es Neuigkeiten gab, hörte Kraftklub im Radio, aktualisierte Facebook, drückte aufs Telefon, schrieb mit dem ein oder anderen und begriff auf einmal, dass ich trotz alle dem ganz schön alleine war. Es war Zeit für ein spätes Schokoladen-Toast Abendessen und eine Partie Rummykup, bei der ich gleich zweimal in Folge gewinnen durfte. Als ich ins Bett ging, tat ich das mit der Gewissheit, dass es schon irgendwann leichter werden würde.
Das erste positive (gleich nachdem ich Facebook besucht hatte ;)): der verhältnismäßig leere Bahnsteig. Ich gebe mich lieber keinen Illusionen hin. Ab nächster Woche sind die Ferien hier vorbei und damit wohl auch endgültig die gelegentlich aufblitzende Sitzplatzfreiheit. In meinem Lieblingskrankenhaus angekommen, geht es gleich zu einer Besprechung der Gastrosprechstunde, der ich am Montag Nachmittag beigewohnt hatte. Nicht ohne Grund scheint sich gerade dieses Team bestehende aus einer Logopädin, einer Ernährungsberaterin und einem Kinderarzt zusammengefunden zu haben. Die ersten 20 Minuten verbummeln sie damit, sich darüber auszutauschen wann welcher Kongress wo stattfindet und der Sorge, ob die Osterwoche jetzt die vor Ostern oder die nach Ostern ist. "Da hat der Kindergarten zu, da müssen wir Urlaub nehmen.", meint der Arzt und ich denke mir, dass die hier auch nur mit Wasser kochen.
Weitere Albernheiten, die ich unter Logopäden eines Unikrankenhauses nicht erwartete hätte, werden mir um die Mittagszeit serviert. Wir verlassen die SPZ-Räume (für alle nicht Logos: Sozial-Pädiatrisches-Zentrum) und statten dem Kollegen in der Phoniatrie einen Besuch ab. "Wie trinkst du deinen Espresso? Stark, extra stark, mit Zucker oder Milch, ohne alles?" - werde ich gleich als erstes gefragt und willkommen gehießen. Als nächstes stößt noch eine weitere Logopädin aus der Neurologie dazu und nachdem alle Höflichkeitsfloskeln und Neujahresbekundungen ausgetauscht sind, will sie am liebsten gleich mit mir shoppen gehen. Wir gehen schnell noch die Themen: aktuelle Hals-wärm-Mode, fehlenden Farbtupfern in unserer Kleidung und dem Sinn und Unsinn von Wettervorhersagen, wenn wir am Ende doch wieder die falschen Schuhe tragen, bevor das Päuschen dann ein Ende findet und es zurück geht.
Wir laufen noch ein paar Mal hoch und runter, bevor wir unseren letzten kleinen Patienten für diese Woche besuchen. Zwischendurch finden wir den Witz von Loriot im Pschyrembel, Dem klinischen Wörterbuch überhaupt. In diversen Auflagen hat sich unter dem Begriff "Steinlaus" nicht etwa eine weitere abschreckende Krankheit mit Abblildung versteckt, sondern ein niedliches Würmchen zum schmunzeln. Dann verabschieden wir uns für diese Woche, denn morgen und am Freitag werde ich von den beiden Kollegen mit neuen Schalgeschichten und Kaffee versorgt. Gar keine so schlechte Aussicht denke ich mir und weil ich noch Zeit habe, bis ich der besten Verbindung nach Hause eine Chance gebe, gönne ich mir ein Stück Streuselkuchen aus dem Café Jonen direkt vor dem Uniklinikgelände. Glücklich und zufrieden sitze ich jetzt hier; in meinem Kuchen muss ein ganzes Stück Butter gewesen sein, aber was solls. Dann weiß die Mutti wenigstens, dass es mir gut geht.
Als ich am Nachmittag nach Hause kam, stand nach einiger Zeit die Frage im Raum, wie es mit dem Heimweh stehe. Weil ich ein großes Mädchen sein wollte und außerdem "gerade erst am Sonntag" mit meinen Eltern telefoniert hatte, setzte ich die Messlatte nicht sonderlich hoch an. Ich ging in mein Zimmer und setzte mich vor den Laptop, schaute nach diesem und jenem im Netz, sah auf dem Handy, ob es Neuigkeiten gab, hörte Kraftklub im Radio, aktualisierte Facebook, drückte aufs Telefon, schrieb mit dem ein oder anderen und begriff auf einmal, dass ich trotz alle dem ganz schön alleine war. Es war Zeit für ein spätes Schokoladen-Toast Abendessen und eine Partie Rummykup, bei der ich gleich zweimal in Folge gewinnen durfte. Als ich ins Bett ging, tat ich das mit der Gewissheit, dass es schon irgendwann leichter werden würde.
Das erste positive (gleich nachdem ich Facebook besucht hatte ;)): der verhältnismäßig leere Bahnsteig. Ich gebe mich lieber keinen Illusionen hin. Ab nächster Woche sind die Ferien hier vorbei und damit wohl auch endgültig die gelegentlich aufblitzende Sitzplatzfreiheit. In meinem Lieblingskrankenhaus angekommen, geht es gleich zu einer Besprechung der Gastrosprechstunde, der ich am Montag Nachmittag beigewohnt hatte. Nicht ohne Grund scheint sich gerade dieses Team bestehende aus einer Logopädin, einer Ernährungsberaterin und einem Kinderarzt zusammengefunden zu haben. Die ersten 20 Minuten verbummeln sie damit, sich darüber auszutauschen wann welcher Kongress wo stattfindet und der Sorge, ob die Osterwoche jetzt die vor Ostern oder die nach Ostern ist. "Da hat der Kindergarten zu, da müssen wir Urlaub nehmen.", meint der Arzt und ich denke mir, dass die hier auch nur mit Wasser kochen.
Weitere Albernheiten, die ich unter Logopäden eines Unikrankenhauses nicht erwartete hätte, werden mir um die Mittagszeit serviert. Wir verlassen die SPZ-Räume (für alle nicht Logos: Sozial-Pädiatrisches-Zentrum) und statten dem Kollegen in der Phoniatrie einen Besuch ab. "Wie trinkst du deinen Espresso? Stark, extra stark, mit Zucker oder Milch, ohne alles?" - werde ich gleich als erstes gefragt und willkommen gehießen. Als nächstes stößt noch eine weitere Logopädin aus der Neurologie dazu und nachdem alle Höflichkeitsfloskeln und Neujahresbekundungen ausgetauscht sind, will sie am liebsten gleich mit mir shoppen gehen. Wir gehen schnell noch die Themen: aktuelle Hals-wärm-Mode, fehlenden Farbtupfern in unserer Kleidung und dem Sinn und Unsinn von Wettervorhersagen, wenn wir am Ende doch wieder die falschen Schuhe tragen, bevor das Päuschen dann ein Ende findet und es zurück geht.
Wir laufen noch ein paar Mal hoch und runter, bevor wir unseren letzten kleinen Patienten für diese Woche besuchen. Zwischendurch finden wir den Witz von Loriot im Pschyrembel, Dem klinischen Wörterbuch überhaupt. In diversen Auflagen hat sich unter dem Begriff "Steinlaus" nicht etwa eine weitere abschreckende Krankheit mit Abblildung versteckt, sondern ein niedliches Würmchen zum schmunzeln. Dann verabschieden wir uns für diese Woche, denn morgen und am Freitag werde ich von den beiden Kollegen mit neuen Schalgeschichten und Kaffee versorgt. Gar keine so schlechte Aussicht denke ich mir und weil ich noch Zeit habe, bis ich der besten Verbindung nach Hause eine Chance gebe, gönne ich mir ein Stück Streuselkuchen aus dem Café Jonen direkt vor dem Uniklinikgelände. Glücklich und zufrieden sitze ich jetzt hier; in meinem Kuchen muss ein ganzes Stück Butter gewesen sein, aber was solls. Dann weiß die Mutti wenigstens, dass es mir gut geht.