Zeit
Weil ich der Meinung bin, dass ich nach fast 40 stündigem Dauerschlaf mal wieder etwas anderes machen muss, starte ich meinen PC und lasse die vergangenen Tage Revue passieren.
Am Frühstückstisch kam er, der Gedanke: die Woche kannte tatsächlich einen Donnerstag, ich hatte schon gar nicht mehr damit gerechnet. Wahnsinn wie schnell doch die Zeit vergeht. Was mich im übrigen gleich zum Nächsten bringt. Was glaubt ihr, wie alt ihr seid? Jetzt mal den Personalausweis vergessen, wo auch immer ihr den schon wieder verlegt habt und nachgedacht. Wenn ihr schätzen sollt, ob geistig, gefühlt oder eben einfach, was ihr wollt. Ich bin gespannt auf eure Antworten!
Aber zurück zum Eigentlichen. Als ich kurz vor halb 8 die Haustür hinter mir zu ziehe ist es amtlich: der Donnerstag hat begonnen. Die Laufzeit zum Krankenhaus – sonst bergab innerhalb von 6 Minuten locker zu erreichen – verkürzt sich proportional zu den Minusgraden da draußen. Eine der wichtigsten Stimmtherapeutenregeln gilt es außerdem an diesem Tag einzuhalten: Nasenatmung war noch nie so wichtig, wie bei -23°. Doch was macht diesen einen Tag in der Woche zu etwas besonderem? Zum einen die Arbeit im Krankenhaus. Es ist etwas völlig anderes, ob ich einen mir unbekannten Patienten therapiere oder zur Diagnostik bitte, denn die eigentliche Therapeutin im Hintergrund, kennt die Person auch nicht. Oder, ob ich den endlosen Anschluss an einen Dauerpatienten, der schon sämtliche Methoden kennengelernt hat und manchmal schon genau weiß, was als nächstes kommt, in der Praxis. Dort wird in der Akte dann vermerkt: von Praktikantin übernommen, in der Klinik ist es meine Diagnostik (steht nur leider nicht mein Name drunter). Zum anderen wird der Donnerstag interessanter, weil er einige Tage nach dem Samstag kommt und die Frage aufwirft: Was kann sich in wenigen Tagen alles ändern? Weil ich an einer Verabredung von Samstagnacht festhalte und dem Experiment kein Internet, keine Handynumern treu geblieben bin, muss ich kurz nach dem Aussteigen aus dem Wagen die erste Passantin fragen, wo das Theater Café ist. Als ich dort ankomme, weiß ich, dass es ein geglückter Versuch und eine gute Entscheidung war, an diesem kältesten Abend der Woche noch einmal das Haus zu verlassen.
Einen Tag später bekomme ich die Rechnung dafür: Permanentes Naseputzen, Halsschmerzen bereitendes Husten und einen Kopfschmerz, als hätte ein Hammer darauf geschlagen. Den halben letzten Tag vor dem Wochenende überstehe ich gerade so noch, doch als ich am Bahnhof ankomme und die Anzeigetafel von ungefähr 15 Minuten Verspätung spricht, setzte ich mir ein Limit. Falls der Zug bis dahin nicht kommt, fahre ich einfach zurück und über das Wochenende nicht nach Hause. Er kam, denn ich bin ja jetzt hier. Wie schnell sich etwas ändern kann, was zwei Wochen manchmal ausmachen oder wofür auch nur ein paar Tage ausreichen, hat sich gezeigt. Wollte ich gerade eben noch unbedingt bei der letzten Veranstaltung im Atomino dabei sein, hieß es auf einmal ich bin krank und bleibe im Bett liegen. Während ihr also mit ein paar Runden Kernspaltung und Gisela ins neue neue Atomino investiert habt, darf ich mir am Abend um 10 aussuchen, welches üble Medizinfläschchen ich zuerst öffnen will. Ich finde es übrigens gut, dass ihr ein bisschen Wand vom neuen alten Klub mitgenommen hat. In ein paar Jahrzehnten ist es möglicherweise was wert.
Einen Tag später bekomme ich die Rechnung dafür: Permanentes Naseputzen, Halsschmerzen bereitendes Husten und einen Kopfschmerz, als hätte ein Hammer darauf geschlagen. Den halben letzten Tag vor dem Wochenende überstehe ich gerade so noch, doch als ich am Bahnhof ankomme und die Anzeigetafel von ungefähr 15 Minuten Verspätung spricht, setzte ich mir ein Limit. Falls der Zug bis dahin nicht kommt, fahre ich einfach zurück und über das Wochenende nicht nach Hause. Er kam, denn ich bin ja jetzt hier. Wie schnell sich etwas ändern kann, was zwei Wochen manchmal ausmachen oder wofür auch nur ein paar Tage ausreichen, hat sich gezeigt. Wollte ich gerade eben noch unbedingt bei der letzten Veranstaltung im Atomino dabei sein, hieß es auf einmal ich bin krank und bleibe im Bett liegen. Während ihr also mit ein paar Runden Kernspaltung und Gisela ins neue neue Atomino investiert habt, darf ich mir am Abend um 10 aussuchen, welches üble Medizinfläschchen ich zuerst öffnen will. Ich finde es übrigens gut, dass ihr ein bisschen Wand vom neuen alten Klub mitgenommen hat. In ein paar Jahrzehnten ist es möglicherweise was wert.
Mein Sonntag beginnt so wie bei euch. Ziemlich düster im Kopf, der Schmerz hat sich noch nicht gelegt. Mein Kater allerdings liegt schnurrend auf dem Sofa und guckt mich mit seinen grünen Augen verträumt an. Ich glaube er ist froh, dass ich wieder da bin. In den nächsten Tagen soll es ihm jedenfalls an nichts fehlen, ich hab schließlich ganz viel Zeit für ihn.