In Chemnitz schneits heute Nacht

Heute morgen habe ich Musik ausgegraben, an die ich schon viele viele Jahre überhaupt nicht mehr gedacht hatte. Nachdem wir gestern Abend in der Küche eines Freundes auf Konzerte und Künstler kamen, feststellten, dass wir vor langer Zeit doch gar nicht so unterschiedliche Musik mochten und in einem Monat an ein und demselben Tag doch auf unterschiedliche Veranstaltungen gehen werden, ist es schon fast wie ein kleiner Schatz CD's von 2003 zu finden. Damals auf Klassenfahrt habt uns diese englische Gruppe bestehend aus 10 Möchtegernrappern so viel Freude gemacht, dass ich mich gleich nach dem Einlegen der Platte zurückversetzt fühlte und genauso vergnügt durch mein Zimmer sprang. Ich werde jetzt nicht verraten, um wen es sich dabei handelte, das wäre dann doch die Krönung der Peinlichkeit. Also lasse ich die Hülle wieder zwischen all den anderen verschwinden und kicher allein vor mich hin, so ein bisschen verknallt waren wir mit 13 schon wegen denen. Aber vielleicht zurück zu gestern Abend. Seit Wochen wurde davon geredet, keiner schien es so richtig ernst zu nehmen: endlich wieder grillen auf der Schlossteichinsel. Nachdem es beim ersten Versuch vor einigen Wochen geschneit hatte, stand der gestrige Anlauf auch unter keinem sonderlich besseren Stern, da es ab und zu regnete und gefühlt definitiv noch mal 5° kälter war. Diese schwankenden Bedingungen und andere Hintergrundgeschichten, die ich hier nicht auszubauen brauche, haben dafür gesorgt, dass eine Reihe Leute da war, die wohl nicht damit gerechnet hatten, sich zu begegnen. Ich schließe mich da genauso ein, bin aber angenehm zufrieden mit dem Erlebten, den Wiedergetroffenen und der Erkenntnis: wir haben uns alle kein bisschen geändert. Andere, die man neu kennen lernt, sind entweder sehr aufgeschlossen, oder fragen lieber noch mal nach, ob man jetzt gleich beste Freunde sei, wenn sie etwas Süßes annähmen. Zur Beruhigung: Süßigkeiten verteilte ich ohne Verpflichtungen. Es geht ganz schnell und am Ende haben wir alle was davon.
Ganz schnell ist auch das erste Lernwochenende vergangen. In wie weit erfolgreich, werde ich in den nächsten Tagen erleben, kann aber jetzt schon sagen, dass ich bedeutend ruhiger geworden bin. Das heißt, die ganze Anspannung und überflüssige Aufregung lässt sich gut beiseite schieben, wenn man die richtige Technik hat. Und jetzt fragt ihr euch wie die gehen soll und was das eigentlich heißt, aber auf diese Fragen gibt es keine Antwort, die muss jeder schon ganz alleine für sich finden.
Positive Einstellungen sind ja manchmal die halbe Miete, aber als wir im Regen zu meinem Auto laufen, streiten wir uns doch. Thema irrelevant, Ausgang irrend. Es gibt Gespräche und es gibt Unterhaltungen mit Menschen, mit denen man einfach nicht reden kann. „Was soll ich machen Mann, ich kanns und du nicht...Baby ruf mich an wenn wieder Land unter ist, schnapp mir schnell noch meine Hose, zieh sie an und verpiss mich.“ - notfalls rettet man sich eben mit neuer Musik, in deutsch dieses mal und einem noch breiteren Grinsen durch die Nacht und hofft, dass die Temperatur nicht noch weiter sinkt, denn dann würde es schneien.

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