Müssen nur wollen

„Du musst mich heut motivieren mich dann in die Schule zu bewegen.“, lautet heute Morgen die erste Kontaktaufnahme von außen zu mir. Also sage ich das, was erwartet wird und habe am Ende vielleicht sogar geschafft, dass daran geglaubt wird.

Mein eigener Weg zur Schule beginnt wie immer mit der Frage: rechts oder links rum? Weil die Sonne so verlockend scheint, entscheide ich mich ihr entgegenzufahren, um kurz darauf hinter einem kleinen Transporter festzuhängen. Landläufig nennt man sie manchmal auch Hundefänger. Jedenfalls scheint der Fahrer des Fahrzeugs nirgendwo mehr hin zu wollen, er genießt lieber die Aussicht oder entscheidet sich im letzten Moment, doch noch abzubiegen. 5 Kilometer fahre ich leicht gereizt hinter ihm her – überholen geht auf diesen Straßen einfach nicht. Warum schafft es schon ein derart triviales Thema mich zu nerven? Da kann Cro auch noch so oft singen: „Heute war geil, aber ich freu mich auf morgen.“ Irgendwie kann ich es nicht, auf einmal scheint das alles egal.
Von links und rechts sagen sie mir was ich müssen muss, müssen soll, müssen kann – ganz gleich, denn in Wahrheit scheint es so, als ob ich davon nichts will. Und umso öfter man mir sagt was kommt, umso sehr beginne ich daran zu zweifeln, dass es das ist, was ich werde. Gerade eben hatte ich noch ein Ziel vor Augen und nach den vergangenen Monaten der ständigen Ups and Downs, der Neuerungen und des Wer bin ich eigentlich?-Findens zählt es nicht mehr, was einmal so klar war. Wovon ich genau spreche: eine Stelle finden, Wohnung suchen, Prüfungen bestehen, gut sein in irgendwas.
Und wer motiviert jetzt mich?
Wenn es alles nichts wird, miete ich mich irgendwo an der See in einem gemütlichen Häuschen ein und schreibe endlich ein Buch. Manche machen es am Ende ihres Lebens; vielleicht brauch ich es, um endlich anzufangen. Plan B, wenn man sich mal selber sucht...

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