Nach dem Goldrausch


Mein Postausgang arbeitet, denn Onlinebewerbungen machen nun nicht mal mehr vor Logopäden Halt. Ich habe beschlossen genau noch eine Bewerbung abzugeben, immerhin hat dieses System in den vergangenen Jahren bereits erfolgreich funktioniert, wieso nicht auch dieses mal? Wahrscheinlich ist es mit Bewerbungen so, wie mit dem Schreiben. Ich bin nur dann produktiv und mit dem was ich geleistet habe zufrieden, wenn ich mich selbst nicht unter Druck setze. Entweder es passiert dann, wenn der rechte Zeitpunkt dafür gekommen ist, oder es braucht einfach noch eine Weile. Also kann ich das Beantworten der Bewerbungen genauso darauf übertragen, rede ich mir zumindest ein.  

Was den Goldrausch anbelangt, so bin ich noch nicht ganz überzeugt, wohin er mich gebracht hat. Ob ich danach, wieder genau dort bin, wo ich vorher schon war, wie der Sänger von FOTOS immer und immer wieder wiederholt, wieder holt, was auch immer schon mal vorgefallen war. Ob ich freiwillig stehen geblieben bin oder doch eher ab und zu meine fünf Minuten Freiheit im Kopf brauche. Nein, eigentlich nicht. Aus Verschwiegenheit wird früher oder später Ärger und aus Ärger irgendwann auch Ignoranz. Ist es dann also so, als wäre man einander nie begegnet und schlussendlich wirklich wieder dort, wo man angefangen hat nach Gold zu schürfen? Die Antwort ist nein. Irgendwas nimmt man doch davon mit. Da kann man noch so oft zwischendurch „Press Hold“ mitsingen, es hinterlässt Spuren, ob man sich nun von Anfang an schützen wollte, oder seit 10 Minuten vor der Bekanntschaft so bereit für etwas Neues war, wie schon seit drei Jahren nicht mehr.

Ach ja, die Sonne verschwindet zwar jeden Abend für uns hinter dem Horizont, aber zum Glück können wir uns sicher sein, dass sie am nächsten Tag wieder aufsteigt.
Jetzt Ostern.

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