Prioritäten
Ich weiß nicht, wie oft ich das Wort heute schon verwendet habe, aber es ist tatsächlich an der Zeit, sie zu wählen. Meine Prioritäten. Die Liste ist lang und jeder einzelne Punkt von mir begehrt.
Aber beginne ich doch von vorn. Als die Lehrerin mit einem dicken Stapel Blätter, einem riesen Ordner und einer Patientenakte in den Klassenraum kommt, schwand mir: heute kommt es, das Ding, worauf wir seit Wochen ungeduldig warten. Es ist Zeit unsere Prüfungspatienten zugeteilt zu bekommen. Obwohl ich in der Rangliste erst an Platz 16 stehe, ahne ich, dass mich das nicht davor bewahren wird, als eine der Ersten zu beginnen. Schon wieder so ein Frauending, Intuition. Gut, die Stunde beginnt und ich bin vielleicht aufgeregt, aber die positiven Stresshormone in mir meinen, dass alles gut werden wird. Dass sich in den nächsten 90 Minuten mein vegetatives Nervensystem verabschieden würde, glaubte ich zu dem Zeitpunkt noch nicht. Einiges des Vorgeplänkels, hier eine Andeutung, dort einn Verdacht. Jeder könnte in der nächsten Woche dran sein, die Rangliste wird an den Stellen unterbrochen, wo sich Schüler bereit erklärt haben auch Therapien außerhalb der Schule und von Chemnitz zu übernehmen. Ein leichter Jubel in mir sagt: ich werde nicht die Letzte sein, ich werde nächste Woche meinen Patienen bekommen. 40 Minuten reichen aus, um die Nerven einer ganzen Klasse plank zu sehen, weitere 20 Minuten später habe ich dir Bestätigung: Nächste Woche geht es los! - Meinen Vortrag für die nächste Stund habe ich mittlerweile vollständig verdrängt, viel mehr interessieren mich nähere Informationen zu dem Patienten. Am Ende des Schultages sollen alle Schüler, die in der nächsten Wochen mit dem therapien beginnen würden, einen Umschlag mit den aller wichtigsten Daten für den Erstkontakt ausgestattet werden. 2 Stunden später ist der Moment gekommen. "Als nächstes sollst du reinkommen.", sagen sie mir, als ich vor dem Zimmer zwischen meinen Klassenkameradinnen stehe und freudig darauf warte, was als nächstes kommen würde. Nachdem ich mich gesetzt habe, geht alles ganz schnell. Sie habe heute keinen Umschlag für mich, meint die Lehrerin und einen Moment fühle ich mich wie bei GNTM in der Entscheidungsshow. Wie keinen Umschlag, denke ich, heißt das etwa auch keinen Patienten? "Ja, da hat sich noch einmal etwas geändert. Aber morgen kann ich Ihnen mehr sagen.", sind ihre letzten Worte, dann verlasse ich wieder ihren viel zu warmen Raum. Ich warte also weiter, bis morgen, in die nächste Woche hinein und wenn es sein muss, dann auch noch länger. Aber eins weiß ich schon jetzt ganz genau: ich muss anfangen meine Woche zu strukturieren und vor allem: Prioritäten setzen :)
Aber beginne ich doch von vorn. Als die Lehrerin mit einem dicken Stapel Blätter, einem riesen Ordner und einer Patientenakte in den Klassenraum kommt, schwand mir: heute kommt es, das Ding, worauf wir seit Wochen ungeduldig warten. Es ist Zeit unsere Prüfungspatienten zugeteilt zu bekommen. Obwohl ich in der Rangliste erst an Platz 16 stehe, ahne ich, dass mich das nicht davor bewahren wird, als eine der Ersten zu beginnen. Schon wieder so ein Frauending, Intuition. Gut, die Stunde beginnt und ich bin vielleicht aufgeregt, aber die positiven Stresshormone in mir meinen, dass alles gut werden wird. Dass sich in den nächsten 90 Minuten mein vegetatives Nervensystem verabschieden würde, glaubte ich zu dem Zeitpunkt noch nicht. Einiges des Vorgeplänkels, hier eine Andeutung, dort einn Verdacht. Jeder könnte in der nächsten Woche dran sein, die Rangliste wird an den Stellen unterbrochen, wo sich Schüler bereit erklärt haben auch Therapien außerhalb der Schule und von Chemnitz zu übernehmen. Ein leichter Jubel in mir sagt: ich werde nicht die Letzte sein, ich werde nächste Woche meinen Patienen bekommen. 40 Minuten reichen aus, um die Nerven einer ganzen Klasse plank zu sehen, weitere 20 Minuten später habe ich dir Bestätigung: Nächste Woche geht es los! - Meinen Vortrag für die nächste Stund habe ich mittlerweile vollständig verdrängt, viel mehr interessieren mich nähere Informationen zu dem Patienten. Am Ende des Schultages sollen alle Schüler, die in der nächsten Wochen mit dem therapien beginnen würden, einen Umschlag mit den aller wichtigsten Daten für den Erstkontakt ausgestattet werden. 2 Stunden später ist der Moment gekommen. "Als nächstes sollst du reinkommen.", sagen sie mir, als ich vor dem Zimmer zwischen meinen Klassenkameradinnen stehe und freudig darauf warte, was als nächstes kommen würde. Nachdem ich mich gesetzt habe, geht alles ganz schnell. Sie habe heute keinen Umschlag für mich, meint die Lehrerin und einen Moment fühle ich mich wie bei GNTM in der Entscheidungsshow. Wie keinen Umschlag, denke ich, heißt das etwa auch keinen Patienten? "Ja, da hat sich noch einmal etwas geändert. Aber morgen kann ich Ihnen mehr sagen.", sind ihre letzten Worte, dann verlasse ich wieder ihren viel zu warmen Raum. Ich warte also weiter, bis morgen, in die nächste Woche hinein und wenn es sein muss, dann auch noch länger. Aber eins weiß ich schon jetzt ganz genau: ich muss anfangen meine Woche zu strukturieren und vor allem: Prioritäten setzen :)