Wo ist der Fehler?
Warum manche Tage schneller vergehen,
wenn wir es gerade nicht brauchen und Minuten sich hin und wieder zu
Stunden ausdehnen, wenn wir etwas schnell hinter uns bringen wollen,
wird wohl auf ewig ein Mysterium bleiben. Angefangen an der Stelle,
von der ich das letzte mal berichtet habe: dem Vorstellungsgespräch
und angebotenem Probearbeiten. Beides liegt nun bereits mehrere
Wochen zurück und auch wenn die Zeichen auf Erfolg gut stehen, ist
es nach wie vor nur eine Ein-Drittel-Chance tatsächlich angenommen
zu werden. Andere Praxen schreiben auch Stellen aus und meine
Mitschülerinnen und Mitschüler bewerben sich mit jedem Recht genau
da, wo etwas frei ist. Das heißt überall dort, wo auch ich mich
hingewandt habe. Aus dem Gesprächszimmer raus, sitzen schon die
nächsten auf den Stühlen. „Ist ja wie beim Klassentreffen hier.“,
kichern wir. Was gerade eben noch witzig gemeint war, wirkt beim
drüber nachdenken ziemlich ernst. Als ob irgendjemand von uns seinen
Platz an einen anderen abgeben würde. Wo ist der Fehler?
Also rein in die schönste Strickjacke
und Lächeln nicht vergessen. Im Moment stresst das Lernen am
wenigsten. Der selbstgeschaffene Druck, möglichst bald etwas für
die Zeit nach dem Sommer zu finden, schwebt so belastend wie eine
zentnerschwere Regenwolke über mir. Eine Abkühlung wäre
angebracht, im Salon des Autos herrschen gerade 37°C (und es wird
immer heißer).