I gave you all
"Mal wieder einen Moment finden um
zu schreiben." Ein Ideal, ein Gedanke, ein häufiger geäußerter
Wunsch, aber einer, ohne wirklichen Drang. Ich weiß nur, dass ich es
will. Wie auch Emil Sinclair in Herrman Hesses Werk Demian, geht es
mir im Moment. Zwischen seiner hellen, schönen und der düsteren,
unbekannten Welt lagen für ihn zu viele Stunden, die er allein mit Zeit und Wissen füllen musste. Nur das er von dem einen zu viel und
von dem anderen zu wenig hatte. So stellte er eines Tages fest: „Ich
kam mit diesem Gedanken zu keinem Ende. Es war ein Stein in den
Brunnen gefallen und dieser Brunnen war meine junge Seele.“
Ich könnte von den Dingen berichten,
die mir in den vergangenen Tagen zugestoßen sind. Wie aus Aufregung
und Anspannung Ruhe und Gleichgewicht wurden, da ein großer Teil der
Ausbildung abgeschlossen ist und ein noch viel wichtigerer nicht mehr
in meinen Händen liegt, sondern als nächstes nur noch den 12
Augenpaaren ausgewählter Fachkräfte unterliegt. Es könnte darum
gehen, wie mit viel Ehrlichkeit Freundschaften Beständigkeit
erlangten und überflüssige Oberflächlichkeiten so langsam ihren
Anker verlieren. Wie der Glanz ermattet mit der Zeit, Wunden heilen,
Ansprüche abnehmen, der Kurs sich ändert, sobald das Wetter erst
einmal umgeschlagen hat. Ich könnte darüber schreiben, dass die
Rastlosigkeit einen Namen hat, den zwar keiner Aussprechen kann, ich
da aber durchaus qualifizierte Personen kenne, die gern weiterhelfen.
Plan A hat funktioniert und zwar auf ganzer Linie! Ich könnte von
den zwei Herzen berichten, die in zwei so unterschiedlichen Städten
wohnen und doch für das Gleiche schlagen: Irgendwas mit Freiheit und
wenn nicht jetzt, dann nie mehr. Ein Opfer der Zeit, eine Bürde des
Erwachsenwerdens. Wir wollen ankommen und doch bloß noch nicht zu
viel Verantwortung übernehmen. Arbeiten für ein maximal zwei Jahre,
und dann? Wir werden sehen, aber nicht, um dort weiterzumachen,
sondern um uns zu sortieren. Ich versteh dich und du mich und
zusammen haben wir so viel Angst, dass es eigentlich schon wieder Mut
heißen müsste. Möglicherweise könnte ich schon etwas zu den
Büchern sagen, die ich gern gelesen hätte in der letzten Zeit, die
aber noch immer unter meinem Bett liegen und ihre rechtmäßigen
Besitzen so allmählich zu vermissen drohen. Erwähnenswert wären
sicher auch die neusten Pläne zur Raumgestaltung und Umorientierung
vom Dorf in die Stadt, aber das wichtigste dabei: der Kater darf
dabei einfach nicht fehlen. Es gäbe noch so viel zu sagen und noch
viel mehr zu tun, doch diese Nacht ist zu kurz und der nächste Tag
schon wieder zu erwartungsvoll, um mich tatsächlich zu beklagen.
Irgendwann finde ich wieder einen guten Grund mehr zu erzählen,
möglich, dass es schon nächste Woche passiert oder einen Monat
darauf oder vielleicht, ja vielleicht sollte ich mir auch einfach
eine Pause gönnen und dem Ende einen tatsächlichen Abschluss geben.
Denn so fühlt es sich an. Das Schließen des Vorhangs nach einem
großartigen Akt und dem Applaus, den ich mir selbst gebe, der von
meiner Familie und meinen Freunden kommt, den Menschen die zu mir
gehören, egal ob nah oder fern. Und eine letzte Band spielt an
diesem Abend, singt noch einmal und begleitet mich. Das Ende von
etwas Gutem wird etwas neues noch viel besseres hervorzubringen
wissen. Ist es das, was ich die ganze Zeit gesucht habe, das Gefühl
etwas geschafft zu haben und selbst mit Stolz darauf blicken zu
können? Möglicherweise ist es Zeit um aufzuhören anzufangen aufzuhören, vielleicht heißt es genau das, aber
vielleicht wird es auch um ein so vielfaches besser, dass es nicht in
Worte zu fassen ist...es ist ein Stein in den Brunnen gefallen und
der Brunnen ist meine junge Seele.
Ende