Wie macht der Elefant?

Vor mittlerweile mehr als vier Monaten, kam ein ganz kleines Mädchen in mein Praxiszimmer gestolpert, 3 Jahre alt, mit einem unterdurchschnittlichen Wortschatz und einer Reihe noch nicht erlernter Laute, sowie sich den daraus ergebenden Konsequenzen für den Satzbau und die Kommunikation im Alltag des Kindergartens und der Familie. Trotz allem zeigte sie mir von der ersten Minute an eine gehörige Portion Freude am Sprechen. Ich hinderte sie nicht, begann das zu fördern, was sie mir gab, worauf ich aufbauen konnte. Es war nicht immer leicht, weil die Erfolge ausblieben. Was machen wir da überhaupt und ist das nicht zu schwer?, waren die Fragen der Mama. Die unterschiedlichsten Dinge haben wir ausprobiert. Alles was die Sprache anregen konnte und spontane Äußerungen hervorrief, fand Einhalt. Das Vertrauen wuchs und somit der gemeinsame Umzug zum neuen Jahr in die zweite Praxis. Ein weiterer Knackpunkt kam, als die Mutter begreifen musste, dass der Entwicklungsrückstand möglicherweise nie ausgeglichen werden konnte. Der Trotz hinter ihrem Augenlicht, die Erkenntnis noch wie eine Rebellion, die Akzeptanz so ergreifend und voller Liebe, dass wir an einem Tag wie heute, zu dritt in der Hocke, mit der einen Hand die Nase zu haltend, die andere durch die angewinkelte durchgesteckt, mit „Törö, Tötö“ im Elefantenkorso durch die Praxis wackeln. Weil wir gemeinsam viel stärker sind, als gegeneinander zu arbeiten. Ich brauche die Mama in meinem Zimmer, um mit ihrer Tochter zu arbeiten und sie braucht mich, um nicht allein damit zu verzweifeln. In diesem Sinne frage ich das Mädchen zum Abschied: Wie macht der Elefant? Lächelnd zeigt sie mir, was ich ihr in dieser Stunde gezeigt habe, ich bin stolz und glücklich. Nicht etwa auf mich, nein, sondern auf ihr "Törö, Tötö."

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